Auf den Spuren weltbekannter Werke

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Ein literarischer Reiseführer

Für alle Bücher-, Film- oder Städtetrip-Fans: Kommen Sie mit auf eine Reise zu literarisch bedeutsamen Orten.

„Romeo, oh Romeo“ – Eine italienische Liebesgeschichte in und aus Verona

Herzschmerz, Intrigen, Familienfehden: William Shakespeares „Romeo und Julia“ vereint so ziemlich alles, was die Menschheit bewegt. Wer den Liebenden ihre Zerrissenheit nachempfinden möchte, reist nach Verona, Spielstätte der erstmals 1597 erschienenen Tragödie. Auch wenn das vermutlich berühmteste Liebespaar der Welt wohl nie wirklich gelebt hat, ließ sich Shakespeare von der italienischen Stadt für sein Werk vollumfänglich inspirieren.

So etwa von der ehemaligen Residenz der Familie Dal Cappello in der Via Cappello 23, heute „Casa di Giulietta“ genannt. An dem mittelalterlichen Gebäude hängt der berühmte Balkon, auf dem Julia sich nach ihrem Romeo sehnt – und seine familiäre Herkunft mit „Romeo, oh Romeo, warum bist du Romeo?“ bittersüß verflucht. Dank eines findigen Einfalls des ehemaligen Museumsdirektors können Besuchende heute den Balkon betreten und ganz im Stile Julias nach ihrem Herzblatt schmachten. Denn der berühmte Balkon ist eigentlich ein Sarkophag, der Anfang des 20.Jahrhunderts nachträglich angebaut wurde. Ein kreativer Umbau, der ein historisches Stück in eine Attraktion verwandelte. „La Casa di Giulietta“ ist also nicht nur ein Museum, sondern quasi ein Wallfahrtsort (un)glücklich Verliebter. Sie alle finden Trost und Zuspruch, denn die örtliche Freiwilligengruppe bearbeitet jeden Brief, der in den roten Briefkasten an der Mauer des Museums eingeworfen wird.

Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, darf ein kulinarischer Tipp für Verona nicht fehlen: Das „Risotto all’Amarone“ gilt als Lieblingsgericht sowohl Einheimischer als auch Reisender und wird ausschließlich mit regionalen Zutaten gekocht: Vialone Nano-Reis aus dem Veroneser Tiefland, Amarone della Valpolicella, ein würziger Rotwein, und fein-geriebener Monte-Veronese-Käse. Zu finden ist die Spezialität in den zahlreichen Trattorien Veronas, wo bei schimmerndem Kerzenlicht eine besonders romantischen Atmosphäre aufkommt. Zum Ausklang des Tages empfiehlt sich ein Spaziergang zum ehrwürdigen Schloss Castel San Pietro, das auf einem Hügel oberhalb von Verona liegt und den wohl besten Aussichtspunkt auf die verheißungsvolle Stadt bietet.

Die Elenden: Historisches Gesellschaftsdrama in Paris

Paris hat auch seine dunklen Seiten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn unter der Stadt der Liebe schlummert „ein weiteres Paris unter sich selbst; ein Paris der Kanäle“, um es in Victor Hugos Worten auszudrücken. Der französische Schriftsteller und Politiker schrieb seinen berühmten Roman „Les Misérables“ – zu Deutsch „Die Elenden“ – größtenteils in der französischen Hauptstadt, wo er bereits als Kind lebte. Von den hitzigen Barrikadenkämpfen im Rahmen der Juni-Aufstände von 1832 bis zur dramatischen Flucht durch die Kanalisation spielen sich zahlreiche Schlüsselszenen aus „Die Elenden“ in der französischen Hauptstadt ab.

Besuchende mögen insbesondere im 7. Arrondissement, links der Seine und nahe dem Eiffelturm, Schauplätze aus Hugos Gesellschaftsdrama wiedererkennen. Oder eben im Untergrund, wo heute das Kanalisationsmuseum auf über 500 Metern Strecke eine eher ungewöhnliche Perspektive auf die sonst so strahlend-elegante Stadt bietet. Im Victor-Hugo-Haus, nahe dem prestigeträchtigen Place des Vosges inmitten des Maraisviertels, erhaschen Kulturfans authentische Einblicke in das Leben und Wirken Hugos. Hier hat er auch große Teile seines literarischen Weltklassikers verfasst. Wie relevant seine Werke noch heute sind, beweist der phänomenale Erfolg der Musical-Adaptionen seiner Romane „Les Misérables“ und „Der Glöckner von Notre Dame“. Tipp: Wer Les Misérables als Musical genießen möchte, kann dies im historischen „Théâtre du Châtelet“ an der Seine tun. Das Schauspielhaus wird seiner architektonischen Schönheit und der kreativen Inszenierungen wegen auch gerne als Paris‘ dritte Oper bezeichnet.

Für Spürnasen: Mit Sherlock Holmes und Sir Arthur Conan Doyle durch London

Hobby-Detektivinnen und -detektive kommen in London vollends auf ihre Kosten. Genauer gesagt, in der 221 B Baker Street, eine der bekanntesten Adressen Londons – auch wenn diese streng genommen gar nicht wirklich existiert und erst nachträglich, speziell für alle Sherlock-Fans, erschaffen wurde. Formell lautet die Anschrift übrigens 239 Baker Street. Dort befindet sich auch heute das Sherlock Holmes Museum, gestaltet als Privatwohnung des berühmten, fiktiven Meisterdetektivs Sherlock Holmes. Von der 221 B Baker Street geht es weiter zur gleichnamigen U-Bahnstation, die mit Konterfeis Sherlock Holmes‘ verziert ist, und schließlich in den urigen Sherlock Holmes Pub. Bei einem frisch gezapften Ale können sich Gäste im liebevoll eingerichteten Innenraum auf die Suche nach den zahlreichen Erinnerungsstücken aus Buch und Film machen. Der Pub diente als Drehort der BBC-Serie „Sherlock“ und beherbergt im Obergeschoss ein kleines, feines Museum. Auch das georgische Seitengässchen Goodwin’s Court ist dank seiner dunklen Backsteinfassaden, den pechschwarzen Türen und der schummrigen Straßenlaternen wie gemacht für Kriminalserien – und wird bei Sherlock-Fans lebendig-schöne Erinnerungen hervorrufen.

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